Wieder aufgebrochene Bankschließfächer! Checkliste: Wie sicher ist Ihr Schließfach?

Wieder wurden Bankschließfächer geknackt. Diesmal traf es die Sparkasse Manderbach im Landkreis Dillenburg. Unbekannte brachen hier in kurzer Zeit 100 Schließfächer auf. Eine Überraschung ist das nicht – in der Sicherheitsbranche ist längst bekannt, dass gerade Bankschließfächer mitunter gravierende Sicherheitsmängel aufweisen. Mit unserer 7-Punkte-Checkliste können Sie prüfen, ob Ihr Schließfach gefährdet ist.

In der Einbrecherszene hat sich herumgesprochen, dass Bankschließfächer ein lohnendes und oft nicht allzu schwieriges Ziel sind. 4,6 Millionen Euro „verschwanden“ 2019 allein aus Schließfächern einer Commerzbank-Filiale.

100 geknackte Bankschließfächer

Für den jüngsten Einbruch in der Sparkasse Manderbach genügten offenbar wenige Werkzeuge: Eine einfache Drahtschere und ein handelsübliches Brecheisen. Die Einbrecher mussten lediglich einen Maschendrahtzaun durchtrennen und ein Fenster aushebeln, um in den Bankschließfach-Bereich zu gelangen. Dort sorgte ein einfacher Bewegungsmelder für „Sicherheit“. Und dieser Bewegungsmelder war offenbar nicht aktiv.

Bankschließfächer gelten gemeinhin als sicherer Aufbewahrungsort. Von diesem Image profitieren die Banken und Sparkassen – doch leider hält das Image der Realität in vielen Fällen nicht stand. Bei nicht wenigen Bankschließfächern gibt es teils gravierende Sicherheitsmängel. Kunden, die ihre Werte in einem Bankschließfach aufbewahren, sollten deshalb individuell prüfen, ob ihr Bankschließfach zu den gefährdeten Schließfächern gehört. Wir haben hier eine Risiko-Checkliste für Bankschließfächer zusammengestellt.

Checkliste: Wie sicher ist Ihr Bankschließfach?

  • 1. Welche Zertifizierungen gibt es?

Es gibt praktisch keine besonderen gesetzlichen Sicherheitsvorschriften, die ein Schließfach erfüllen muss. Selbst altertümliche Gepäckaufbewahrungsfächer am Bahnhof können als „Schließfächer“ deklariert werden. Prüfen und vergleichen Sie deshalb die Zertifizierungen und Testberichte. EMS beispielsweise ist nach dem höchsten europäischen Sicherheitsstandard zertifiziert und Testsieger in vielen Vergleichstest.

  • 2. Welchen Stellenwert hat das Schließfach-Geschäft?

In vielen Bankfilialen läuft das Schließfach-Geschäft nur nebenher. Darunter leiden Service und Sicherheit. Allerdings sind auch manche private Schließfachanbieter, die als „Spezialisten“ auftreten, keine gute Empfehlung. Lesen Sie dazu unseren Beitrag „Die Tricks der unseriösen Schließfachanbieter“.

  • 3. Wer hat Zugang?

Wer hat alles Zugang zum Schließfach-Bereich? Klären Sie auch die Frage, ob ein Masterschlüssel existiert bzw. wie viele Schlüssel es für Ihr Bankschließfach gibt. Seriöse Anbieter behalten keinen „Reserveschlüssel“. Bei EMS gibt es lediglich zwei Schlüssel pro Schließfach. Und beide Schlüssel erhält der Kunde.

  • 4. Gibt es eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung?

Echte Werte lässt man nicht unbewacht. Bei EMS ist eine 24-Stunden-Bewachung der Schließfächer durch qualifizierte Fachkräfte des Sicherheitsunternehmens EOS selbstverständlich.

  • 5. Gibt es Sicherheitsvorkehrungen gegen interne Sabotage?

Welche Maßnahmen werden gegen Sabotage durch Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterkriminalität unternommen? Bei EMS beispielsweise durchläuft jeder Mitarbeiter regelmäßig umfassende Sicherheitschecks. Der Zugang zum Bunkerbereich, wo sich die Schließfächer befinden, ist nur wenigen Mitarbeitern möglich. Der Zugang ist mehrfach gesichert mit mechanischen und biometrischen Sicherheitskontrollen.

  • 6. Ist der Standort geeignet?

Der Standort sollte verkehrsarm, gut einsichtig und weiträumig abgesichert sein, so dass ein Ausspionieren erschwert wird. Außerdem müssen Parkplätze und Zugangsmöglichkeiten im geschützten Bereich vorhanden sein, damit Kunden gefahrlos Werte bringen oder abholen können. Besonders risikoreich sind Schließfächer, die sich in Fußgängerzonen befinden.

  • 7. Sind die Bankschließfächer versichert?

Standardmäßig bieten Banken oft KEINE oder nur eine unzureichende Versicherung an. Diese bittere Erfahrung mussten im vergangenen Jahr auch die Mieter der Sparkassen-Schießfächer in Buchholz machen. Nachdem hier 100 Bankschließfächer geplündert worden waren, entbrannte ein Streit um die Haftungsfrage.

Es gibt übrigens noch einen anderen großen Nachteil, den alle Bankschließfächer aufweisen: Die Banken sind verpflichtet, die Daten ihrer Schließfachkunden an das Finanzamt weiterzuleiten.
Bankenunabhängige Schließfachanbieter hingegen sind dazu nicht verpflichtet. EMS kann Schließfachmietern deshalb Anonymität garantieren. Auf Wunsch ist sogar Barzahlung möglich – und auch die Versicherung kann über EMS ohne Angabe von persönlichen Daten des Versicherten abgeschlossen werden.

Haben Sie noch Fragen zum Thema Bankschließfach? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gern.



Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.