Goldhändler-Skandal: So schützen Sie Ihr Gold – 3 Tipps für Anleger

Kunden des Kölner Goldhändlers „Bonus.Gold“ bangen um ihr Gold. Die Anleger können nicht mehr auf ihre Kundenkonten zugreifen, berichtete das Handelsblatt. Es geht um rund 45 Millionen Euro. Und es ist nicht der erste Goldhändlerskandal. Wieder einmal zeigt sich sehr deutlich, warum Anleger am besten nur in physisches Gold investieren und dieses dann selbst lagern sollten. Drei wichtige Tipps.

In Gold investiert man als Anleger gerne, weil man sich Sicherheit wünscht. „Wir wissen um die Sicherheitsbedürfnisse unserer Kunden“, erklärt deshalb auch der Goldhändler auf seiner Homepage und verspricht: „Tägliche Verfügbarkeit: Die Auslieferung des Goldbestands ist jederzeit möglich.“ Die Werbebotschaft von „Bonus.Gold“ steht auch dann noch online, als bereits mehrere Finanzzeitschriften darüber berichtet haben, dass Anleger der Kölner GmbH nicht mehr auf ihre Kundenkonten zugreifen können – und der bisherige Firmenchef Atakan K. seit Tagen unerreichbar ist. Berichtet wird auch über eine Razzia in den Räumen des Goldhändlers.

Anleger ohne Zugriff auf ihr Gold

Laut Recherchen des Handelsblatts wurde die Kölner GmbH außerdem anscheinend dieser Tage völlig überraschend an einen Käufer in England verkauft, samt Goldbestände. „In Deutschland droht ein neuer millionenschwerer Goldskandal“, warnt das Handelsblatt. Es geht um viel Geld: Die Rede ist von Investitionen der Anleger in Gold in Höhe von insgesamt rund 45 Millionen Euro. Auch das Manager Magazin titelte dieser Tage: „Anleger bangen um Gold“.

Laut Werbebotschaft auf der Homepage des Goldhändlers kaufen die Kunden hier physisches Gold in Form von Feingoldbarren und überlassen diese dann „Bonus.Gold“ zur Verwendung im „Recycling-Mehrwertkreislauf“. Für die Überlassung des Goldes wird den Anleger pro Tag eine kleine Menge Gold versprochen, das aus einem komplizierten „Wertschöpfungsprozess“ stammen soll. Gelockt wird mit einer zweistelligen Rendite.

Das Gold gehöre weiterhin den Kunden und werde „in einem alarmgesicherten Tresorraum“ in Köln und Istanbul gelagert. Dabei müsste es laut Recherchen des Finanzmagazins um Bestände von bis zu 890 Kilogramm Gold gehen. Solche Gold-Bestände benötigen mehr Sicherheit, als dies ein einfacher Tresorraum bietet.

Gold-Geschäfte mit Schneeballsystem

Den Anlegern wird hier ein kostenloser Aufbewahrungsort für ihr Gold versprochen und darüber hinaus täglich Zinsen. Zu schön, um wahr zu sein …

Es wäre nicht das erste Mal, dass Gold-Anleger weder ihr Geld noch ihr Edelmetall wiedersehen. Jüngst geriet der inzwischen insolvente Goldhändler „Pim“ ins Zentrum eines Anlage-Skandals. Das Gold-Investmentmodell von Pim erwies sich als Schneeballsystem. Auch hier bangen Anleger nun um ihre Gold-Einlagen im zweistelligen Millionenbereich.

Gold ist als Anlage aktuell so gefragt wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Das Geschäft mit Gold lockt aber leider auch unseriöse Anbieter an. Tatsächlich betrachten viele Anleger die Frage, wo sie physisches Gold sicher deponieren können, als eines der größten Probleme – und sind dann offen für „kreative“ Lösungen. In Internet-Foren findet man hier teils haarsträubende „Tipps“, die bis zum Vergraben des Goldes im eigenen Garten reichen.

Generell gilt: Gold ist nach wie vor die sicherste Art, Vermögen anzulegen – sofern Sie drei wichtige Sicherheitstipps beachten.

Drei Tipps für Gold-Anleger:

  1. Vorsicht bei „Schnäppchen“

Kostenlose Lagerung und Zinsen für Gold im zweistelligen Bereich? Finger weg von unrealistischen Offerten. Das gilt auch für außergewöhnliche Sonderangebote beim Gold-Kauf.

  1. Physisches Gold statt Papier

Papier ist geduldig, heißt es nicht umsonst. Das gilt auch für Kundenkonten. Wirkliche Sicherheit haben Anleger nur, wenn sie ihr Gold auch tatsächlich in den Händen halten.

  1. Risikofreie Lagerung

Am sichersten ist die Aufbewahrung von Gold bei bankenunabhängigen Hochsicherheitsschließfach-Anbietern wie EMS.

Vorsicht schwarze Schafe – erfahren Sie hier mehr über die Sicherheitsrisiken der Schließfach-Branche.

Neben der Sicherheit ist aber auch die Zugriffsmöglichkeit sehr wichtig. Achten Sie darauf, dass Sie rund um die Uhr und auch am Wochenende jederzeit auf Ihr Gold zugreifen können.

  • Übrigens: Wie und wo Sie Gold als Anleger aus sicherer und seriöser Quelle kaufen können, erfahren Sie in unserem Beitrag „Tipps für den Goldkauf“.  

Haben Sie als Anleger noch Fragen zum Thema Gold und Sicherheit? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.



Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.